Joseph Beuys: Ein Interview

Joseph Beuys: Ein Interview

Nach dem Ausleihen steht der Film 48 Stunden lang zum Ansehen bereit.

Sprache Englisch
Genre Interview
Land USA
Jahr 1980
Regie Lyn Blumenthal, Kate Horsfield
Mit Joseph Beuys
Produktion Video Data Bank of the School of the Art Institute of Chicago
Länge 61 Minuten

In diesem Interview erzählt Beuys von seinen verworrenen Erfahrungen als Kind im Deutschland der Zwischenkriegszeit. Der Widerspruch zwischen einer unzerstörten Natur, die voller Möglichkeiten war, und dem tief gestörten Gesellschaftskörper jener Zeit war ein intensiver und prägender. Er erzählt: "Als ich fünf Jahre alt war, hatte ich das Gefühl, dass mein Leben zu Ende gehen müsste, weil ich schon zu viel von diesem Widerspruch erlebt hatte." Beuys verwendete seine zunehmende Fähigkeit, die von ihm empfundenen Widersprüche zu analysieren, und die Dringlichkeit während der Zeit des Zweiten Weltkriegs, zentrale Fragen des Lebens, der Arbeit und der Freiheit der Menschen zu erneuern und neu zu stellen.

Beuys spricht auch über seine Auseinandersetzung mit Materialien, die Grenzen der Vorbereitung einer Performance und andere für seine Kunstpraxis wichtige Themen. Er erklärt wiederholt die Dringlichkeit eines erweiterten Kunstverständnisses, das das radikale Potential hat, den sozialen Körper zu verändern. Er hält die vitale Möglichkeit einer "anderen Art von Kunst" fest, in der Ästhetik bedeutungslos ist, außer als "das menschliche Wesen an sich".

Ein historisches Interview, das ursprünglich 1980 aufgenommen und 2003 mit Unterstützung des Lyn Blumenthal Memorial Fund neu bearbeitet wurde.

Lyn Blumenthal war eine der frühen führende und innovative experimentelle feministische Medienkünstlerin und Lehrerin. Ihr multidisziplinäres Werk umfasste Videos, Skulpturen, Zeichnungen und kritische Essays. Sie entwickelte neue Wege und Ziele für das Genre des unabhängigen Videos - sie sah alternatives Video als eine kritische Stimme innerhalb der Kultur, das in der Lage ist, die zahlreichen Schwächen und blinden Flecken der Mainstream-Medien aufzudecken. Engagiert in der Anwendung feministischer Theorie auf die Videopraxis, untersuchte Blumenthal in ihren Arbeiten der frühen 80er Jahre Fragen der weiblichen Identität und Sexualität. Blumenthal war zusammen mit Kate Horsfield Leiterin der Video Data Bank von der Gründung 1976 bis zu Blumenthals Tod 1988.  

Kate Horsfield erhielt 1976 ihren MFA an der School of the Art Institute of Chicago und gründete im selben Jahr zusammen mit Lyn Blumenthal die Video Data Bank. Horsfield war von 1988 bis 2006 Executive Director der Video Data Bank. Horsfield und Blumenthal begannen ihre Auseinandersetzung mit zeitgenössischen Video-Kunst mit der Produktion von über 200 Interviews mit zeitgenössischen Künstler:innen, Fotograf:innen und Kritiker:innen, wie Lee Krasner, Romare Bearden, Alice Neel, Joseph Beuys, Buckminster Fuller und Vito Acconci. Diese Gruppe von Interviews wurde zu einer der größten und wertvollsten Primärsammlungen von Quellenmaterial über zeitgenössische Künstler in den USA. Von 1980 bis 1999 unterrichtete Horsfield an der School of the Art Institute of Chicago, an der University of Illinois at Chicago und an der University of Texas, Austin. Nach ihrer Pensionierung bei der Video Data Bank im Jahr 2006 lebt Horsfield in New York, NY und Austin, TX .

Image courtesy of Video Data Bank of the School of the Art Institute of Chicago

Nach dem Ausleihen steht der Film 48 Stunden lang zum Ansehen bereit.